Was ist wLw?

Viel Impact

Seit rund vier Jahren setzt sich Wir lernen weiter (wLw) tatkräftig dafür ein, dass der Zugang zur digitalen Welt für alle in der Schweiz ermöglicht wird. Ohne Flexibilität ist dies nicht möglich.

wLw sammelt schweizweit Laptops, bereitet diese professionell auf und gibt sie danach an Armutsbetroffene in der Schweiz weiter. Hierzu arbeitet der Verein mit mittlerweile mehr als 1’000 Gemeinden sowie vielen kantonalen Stellen und Hilfswerken zusammen.

Die Mission

Wer heute keine IT-Grundausstattung hat, wird von vielem ausgeschlossen. So beispielsweise bereits in Bewerbungsprozessen, aber auch in der Ausbildung und im Alltag. Gerade Personen, die sich solche Ausrüstung nicht leisten können, geraten dadurch in einen Strudel der Exklusion, aus welchem es bereits heute extrem schwer ist, zu entweichen. Folgen dieses digitalen Grabens sind kurzfristig beschränktere Möglichkeiten, am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilzuhaben. Mittel- bis langfristig fehlt es diesen Personen aber auch an den Fähigkeiten, um digitale Instrumente richtig zu nutzen.

Wenn wir Armutsbetroffene keine Instrumente geben, um am digitalen Leben teilzunehmen, vernichten wir Chancen für eine Reintegration. Ein Laptop ist kein Garant für die Flucht aus der Armut, aber eröffnet die Chance dazu: so zumindest unsere These.

Tobias Schär, Gründer und Geschäftsleiter von wLw

Zeitgleich werden schweizweit jedes Jahr unzählige Laptops entsorgt, obwohl diese noch weit länger einen guten Zweck erfüllen könnten. Die Hintergründe dafür sind einerseits, dass viele Unternehmen und Organisationen beschränkte Einsatzzeiten für mobile Geräte – wie Laptops – festlegen. Andererseits fehlt auch vielerorts auch die Awareness, dass es in der Schweiz Armut gibt. Wer arm ist, wird – gemäss Einschätzung des Vereinsteams – stark stigmatisiert. Arm sein in der Schweiz, das sei gemäss Tobias Schär (Gründer und Geschäftsleiter wLw) «alles andere als spassig».

Darum die Idee: Warum nicht ausgediente Laptops sammeln, um damit Armutsbetroffene auszustatten? Nun: Gedacht, getan. Im April 2020 startete Schär alleine mit einer Idee, um Gedanken in Taten umzusetzen. Mittlerweile setzt sich ein mehrköpfiges Team, das sich täglich dafür einsetzt, möglichst viele Laptops dorthin zu schicken, wo sie dringend benötigt werden.

Benjamin Brändli (Leiter IT-Operations) in der Aufbereitungsstätte in Merenschwand

So setzt man das um

Doch wer ist arm und wer ist’s nicht? Diese Frage klärt nicht etwa der Verein selbst, sondern diese wichtige Überprüfung übernehmen die Partner des Vereins. So beispielsweise kommunale/regionale Sozialdienste, kantonale Migrationsämter und auch Hilfswerke. Jede dieser Organisationen hat klare Spielregeln bei der Prüfung einzuhalten und muss Gesuche gemäss klaren Kriterien beurteilen. «Dies ist der einzige Weg, denn uns liegen keine Daten vor.», so Schär. Auch aus Datenschutzgründen wäre es für den Verein nicht tragbar, beispielsweise steuertechnische Unterlagen zu verlangen. Schär meint auch, dass durch die Vereinsarbeit die Organisationen finanziell und arbeitstechnisch extrem entlastet werden.

Pro abgegebenem Laptop verrechnet der Verein einen einmaligen und immer gleichen Unkostenbeitrag. So bezahlt beispielsweise ein Sozialamt, welches einfach Geräte bezieht, einmalig CHF 250.- für ein Gerät. Mit dabei ist das aufgesetzte und betriebsbereite Gerät, sowie auch der Zugang zur kostenfreien Support-Hotline per Whatsapp, welche in der Nachbetreuung die Partner nochmals entlastet. Organisationen, die dem Verein auch ausrangierte Geräte zur Verfügung stellen (sogenannte Kreislaufpartner) bezahlen pro Laptop lediglich CHF 150.-.

Weitere Informationen und die aktuellen Tarife befinden sich auf folgender Seite: Unkostenbeiträge pro Gerät

Wie läuft’s?

Gemäss Schär bestehen aktuell verschiedene Faktoren, die die Vereinsarbeit ausbremsen:

  • Föderalistisches Sozialwesen in der Schweiz
  • Fehlende finanzielle Unterstützung von nationalen/kantonalen Stellen
  • Fehlende Awareness (Armut, aber auch Gerätespenden)

Das operative Team ist aber glücklicherweise diesen Problemen nicht selbst überlassen, sondern darf auf ein gutes Netzwerk von Unterstützer:innen zählen. So zählt der Verein im April 2024 rund 50 Mitglieder aus verschiedenen Fachbereichen. Der Verein zeigt sich auch immer wieder an Fachveranstaltungen, wobei Schär hier aber klar anmerkt, dass hierfür oftmals einfach die Zeit fehlt.

Erfreuen darf sich aber das Team darüber, dass schon nur nach vier Jahren über 11’000 Laptops gezielt an Armutsbetroffene weitergegeben hat. Schon fast die Hälfte aller Gemeinden ist beim Verein als Partner dabei. «Es wird aber noch lange gehen, bis auch gesellschaftlich verstanden wird, wieso wir unsere Arbeit vollziehen und was wir hierzu brauchen. Auch die technische Komplexität wird oftmals unterschätzt», führt Schär aus.

Wir betreiben keine Kleidersammel- oder Essensausgabestelle, sondern müssen technische Geräte sicher von Daten bereinigen, prüfen, reparieren, aufbereiten und dann auch noch gezielt weitergeben. Die Prozesslandschaft ist nicht wirklich homogen, sondern sehr verstrickt.

Tobias Schär, Gründer und Geschäftsleiter von wLw

Wie kann man helfen?

Gemäss Schär ist es am einfachsten, über den Verein zu erzählen: Sei dies im eigenen Geschäft, im privaten Umfeld oder auch bei jeder anderen Gelegenheit. Er hofft, dass der Verein aber noch lange auf das schlussendliche Ziel hinarbeiten darf: nämlich, dass die Digitalisierung kein einkommensabhängiges Privileg, sondern ein Grundrecht für alle in der Schweiz werden darf.


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