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Anderen helfen (4/4): Sozialhilfe

Erfahre mehr über unsere Zusammenarbeit mit Sozialdiensten

Mit über 250 Partnergemeinden schweizweit konnten wir in weniger als einem halben Jahr schon in zahlreichen Gemeinden unsere Dienste anbieten. Wir stellen heute unsere Partnerschaft mit den Sozialen Diensten des Bezirks Affoltern am Albis vor, mit welchen wir schon mehrere Monate zusammen arbeiten dürfen. Des weiteren werden wir Euch ein paar Informationen zur Sozialhilfe in der Schweiz darlegen.

Unser Sozialhilfesystem in der Schweiz ist sehr verstrickt und mitunter nicht immer einfach zu verstehen – dies liegt zu grossen Teilen an den starken föderalistischen Strukturen in der Schweiz. Es gibt die sogenannten SKOS-Richtlinien, welche die grundlegendsten Empfehlungen für monetäre Unterstützung empfiehlt von Sozialhilfeempfängern enthalten. Entscheidend sind aber in jedem Fall die kantonalen Sozialhilfebestimmungen, sowie ergänzende kommunale Handbücher und Weisungen. Im Regelfall orientieren sich die kantonalen Bestimmungen sehr stark an den SKOS-Richtlinien; es gibt aber 26 verschiedene kantonale Sozialhilfegesetze. Also alles andere als leichte Kost, wenn man sich damit umfassend beschäftigen möchte.

Wer Sozialhilfe beantragen kann, findet Ihr beispielsweise auf diesem Artikel von Beobachter:

Wo kommen die Gelder ins Spiel?

Grundlage der Sozialhilfe bildet der sogenannte Grundbedarf, der ein monatlicher Grundbeitrag bildet und für verschiedene Dinge, wie beispielsweise Nahrungsmittel, Kleidung etc. aufgeteilt werden soll. Dieser Grundbetrag ist kantonal verschieden und liegt zwischen circa CHF 900 – 1’000 Franken für eine Einzelperson. In diesem Budget sind theoretisch auch die Gelder für IT-Ausrüstung enthalten. Neben der dem Grundbedarf werden folgende Zusatzgelder gesprochen:

  • Wohnkosten
  • Medizinische Grundversorgung (bspw. Versicherungen)
  • Situationsbedingte Leistungen

Wichtig zu erkennen ist, dass Sozialhilfebeiträge individuell berechnet werden und auch immer ein bestimmter Graubereich besteht – speziell bei den Situationsbedingten Leistungen (kurz SIL).

So haben wir beispielsweise erkannt, dass vielerorts IT-Ausrüstung über diese SIL nur dann bezahlt werden kann, wenn sich jemand in einer Ausbildung befindet und ein solches Gerät zwingende Voraussetzung für die Bildungszwecke ist. Das Geld des Grundbetrages reicht praktisch nirgends, um schon nur ein einfaches Gerät zu erwerben.

Somit besteht für viele Sozialhilfebezüger keine einfache Möglichkeit, an ein kostenfreies oder kostengünstiges Gerät zu kommen. Dies ist wohl einer der wichtigsten Faktoren, wieso unser Angebot so gut bei unseren Partnern ankommt. Durch die geringe Anschaffungskost von CHF 150.- entstehen somit mehr Möglichkeiten, um flächendeckender zu helfen oder erst in Anbetracht zu ziehen, dass ein Laptop vieles vereinfachen kann.

Wie wir ein Laptop im Regelfall bezahlt?

Brauchbare Neuanschaffungen kosten meist zwischen CHF 500 bis CHF 1’500.-. wenn man von einem Windows 10-lauffähigen Gerät mit entsprechenden Lizenzen ausgehen möchte – und eventuell bestehen ja auch noch zusätzliche Anforderungen; denn speziell ich (Tobias Schär) habe bemerkt, dass Anforderungen bezüglich eigenen Geräten für Schule, Bildung etc. meist viel zu hoch sind. Somit ist jeder Laptop mit einem hohen finanziellen Aufwand für die entsprechende Gemeinde und auch einem Risiko verbunden. Unsere Laptops sind zwar Gebrauchtgeräte, aber meist aus dem höheren Preissegment und professionell aufbereitet. Neben den aufgesetzten Geräten machen wir aber noch viel mehr, als einfach nur Laptops anzunehmen und diese wieder zu verteilen. Hierzu dann mehr in unserer nächsten Blogserie 🙂

Falls Du Dich vertieft mit dem Thema der Sozialhilfe und der sozialen Sicherheit in der Schweiz befassen möchtest, erhältst Du von uns hier einen Tipp: Wir haben uns selbst neben unserem Praxiswissen mit unserer Vielzahl an Partnern auch auf theoretischem Level damit befasst und befanden hier den Ratgeber der SOS-Beobachter Stiftung als sehr wertvoll:

Zusammenarbeit mit kommunalen Sozialdiensten

Nun aber zum wesentlichen Teil. Schön, seid Ihr noch hier! Damit Ihr ein paar Worte einer unserer älteren Partnerschaften zu hören bekommt, haben wir den Sozialdienst Bezirk Affoltern befragt. Hierzu erhielten von Michelle Högger entsprechende Antworten. Sie ist Bereichsleiterin im Asyl – und Migrationswesen, sowie der persönlichen Hilfe.


Für was ist der Sozialdienst Bezirk Affoltern zuständig?

Wir vom Sozialdienst Bezirk Affoltern erbringen Dienstleistungen im sozialen Bereich für acht Trägergemeinden sowie für Anschlussgemeinden.

Der Bereich Asyl- und Migrationswesen ist zuständig für die Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden und vorläufig aufgenommenen Personen.

In welchem Zusammenhang hattet Ihr bisher Laptopanfragen erhalten?

Im Bereich Asyl- und Migrationswesen haben wir vorher nur Laptops für KlientInnen finanziert, die diese für eine Lehre gebraucht haben.

Wir haben sonst nur einzelne Anfragen von anderen KlientInnen gehabt. Diese brauchten den Laptop dann vor allem für die Schule (Deutschkurse, Sekundarschule etc.) und das Erlernen der deutschen Sprache.

Wieso arbeitet Ihr nun mit wLw zusammen?

Wir arbeiten mit dem Projekt zusammen, damit unsere KlientInnen zu einem günstigen Preis von der Möglichkeit profitieren können den Zugang zur digitalen Welt zu nutzen. Es ermöglicht uns mehr KlientInnen einen Laptop zu geben, damit sie sich mit der digitalen Welt vertraut machen können.

Uns ist es wichtig, dass unsere KlientInnen diesen Zugang haben und den Umgang mit IT Geräten lernen. Diese ist heutzutage sehr wichtig insbesondere für die Integration in den Schweizer Arbeitsmarkt.

Wie ist die bisherige Zusammenarbeit erfolgt?

Wir sind bis jetzt sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit. Die Anfragen werden schnell bearbeitet und die Laptops erhalten wir immer gut eingepackt per Post.

Falls Fragen auftauchen, ist Tobias immer bereit diese Fragen rasch zu beantworten. Die offene Zusammenarbeit schätzen wir sehr.

Was erhofft Ihr Euch für die Zukunft von der Zusammenarbeit?

Wir hoffen, dass die gute Zusammenarbeit weitergeführt werden kann und danken Tobias und seinem Team für sein Engagement.


Dieser vierte Teil stellt zugleich den Abschluss unserer Berichterstattung über unsere Partner dar. Es ist uns wichtig, dass wir transparent aufzeigen, wie wir arbeiten und wie wir mit anderen zusammen Mehrwerte erschaffen dürfen.

Im neuen Jahr werden wir Euch dann sicherlich auch einige Worte von Direktbetroffenen übermitteln. Bis dahin hoffen wir, dass Euch unsere Inhalte gefallen – und sind auch für neue Inputs und Vorschläge offen. Danke, dass Ihr unsere Arbeit mit Eurem Interesse unterstützt! 🙂

— Tobias Schär (Gründer und Präsident „Wir lernen weiter“)


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